Zahnwurzelentzündungen und ihre Auswirkungen auf den Körper

wurzelbehandlung_1

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Durch die bessere Mundhygiene und geeignete Mundhygieneprodukte verbleiben die Zähne immer länger im Mund. Es ist keine Seltenheit mehr, dass 90-jährige Patienten ein voll funktionsfähiges Gebiss besitzen. Mit der verlängerten Verweilzeit im Mund erhöht sich durch viele Einflüsse wie Karies, Abnutzung der Zähne, Säureeinwirkungen oder unbehandelte Defekte das Risiko einer Zahnschädigung. Wird ein Defekt nicht durch einen Zahnarzt behandelt, kann eine Verbindung der Krankheitserreger im Speichel zum Nerv entstehen. Der Nerv wird durch schädliche Bakterien, Viren und Pilze angegriffen und ohne Behandlung meist schnell zerstört. Das Ergebnis ist eine Infektion des Zahninneren. Am Ende des Zahnes, an der Wurzelspitze, befindet sich eine Öffnung, die es ermöglicht, dass die Bakterien, Viren oder Pilze selbst oder ihre Giftprodukte in den Knochen gelangen. Wie bei jeder Grippe, wehrt sich der Körper gegen diese Feinde mit einer Entzündung. Viele Menschen merken diese Entzündung nicht, da meist ein Gleichgewicht zwischen Abwehr des Körpers und Besiedelung der schädlichen Mikroorganismen herrscht. Besonders Raucher und Diabetiker haben durch die verminderte Abwehrleistung des Körpers eine erhöhte Entzündungshäufigkeit im Kieferknochen.

Erst bei einer bestimmten Größe der Entzündung oder einer massenhaften Besiedelung mit Mikroorganismen entsteht ein akuter Schmerzzustand. Dieses Alarmzeichen sorgt für einen Arztbesuch. Da meist dieses Alarmzeichen fehlt, ist die Suche nach Entzündungen im Knochen durch den Zahnarzt sehr wichtig. Die Folgen einer dauerhaften chronischen Entzündung im Knochen sind für den Körper schlecht.

Besonders Patienten, die wurzelkanalbehandelte Zähne haben, sind gefährdet. Wurde die Wurzelbehandlung nicht ordentlich durchgeführt, so verbleiben eine große Menge von schädlichen Bakterien, Viren und Pilzen im Wurzelkanal.

Der Patient kann die fachliche Qualität der Wurzelkanalbehandlung schwer einschätzen. Wird während der Behandlung der betroffene Zahn mit einem Gummituch („Kofferdam“) abgedeckt, so kann man von einer größtmöglichen Sorgfalt des Zahnarztes ausgehen. Das Tuch sorgt für eine sterile Behandlung und verhindert eine erneute Infektion des Zahnes. Auch sollte der Schmerz nach der ersten, allerspätestens nach der zweiten Behandlung vorüber sein.

Mit einem Spezialisten für Endodontie (Wurzelkanalbehandlung) haben Sie immer eine gute Wahl für die Wurzelbehandlung getroffen. Dieser kann auch sehr schwierige Zahnentzündungen erfolgreich therapieren.

Welche Auswirkungen haben unbehandelte Knochenentzündungen?

Es ist nachgewiesen, dass die Bakterien im Zahn über die Blutbahn zu anderen Organen transportiert werden können. Der Köper versucht, die schädlichen Mikroorganismen umgehend zu zerstören. Dabei zerstört der Körper nicht nur die Mikroorganismen, sondern auch das eigene Gewebe und Gefäße. Ganz gefährlich wird es bei einer Besiedelung des Herzens mit Bakterien. Die Folge ist eine Entzündung des Herzens, was zu einer Reduzierung der Herzleistung führt. Besonders bei Menschen mit Vorerkrankungen kann es lebensgefährliche Folgeerscheinungen geben. Eine Studie aus den USA mit 6000 Teilnehmern zeigte einen Zusammenhang mit einem infizierten Zahn, einer Knochenentzündung um die Wurzelspitze und das Vorliegen einer Herzerkrankung (z.B. Myokardinfarkt). Weitere Studien bestätigten ein erhöhtes Herzinfarktrisiko bei infizierten Zähnen.

Ein Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und einer Entzündung der Zahnwurzel war das Ergebnis von mehreren weiteren Untersuchungen.

Ebenfalls zeigen wissenschaftliche Untersuchungen ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Patienten mit infizierten Zähnen.

Bisher ist von den Forschern der Mechanismus für das Vorkommen von Frühgeburten bei Zahnentzündungen noch nicht hinreichend erforscht worden. Die Statistiken zeigen dennoch ein erhöhtes Risiko von Frühgeburten bei einer Besiedelung der mütterlichen Zähne mit schädlichen Bakterien. Des Weiteren wurde ein niedrigeres Geburtsgewicht festgestellt.

Bei zerstörten Zähnen, die von Bakterien, Viren und Pilzen befallen sind, wird nicht nur der Zahn und der umliegende Knochen infiziert, sondern die sehr schädlichen Mikroorganismen werden zusätzlich eingeatmet. Dies kann zu einem erhöhten Vorkommen von Lungenerkrankungen führen.

Was kann man tun, um das Risiko einer Infektion des Zahnes und des Zahnhalteapparates und damit die Folgeerkrankungen gering zu halten?

Das wichtigste ist die häusliche Mundhygiene. Vermeiden Sie eine dauerhafte Besiedelung Ihrer Zähne mit Mikroorganismen. Die Mikroorganismen kleben sich an die Zähne. Das heißt, die Zähne müssen mit mechanischen Hilfsmitteln von den Mikroorganismen befreit werden. Dabei sind elektrische Zahnbürsten effektiver als Handzahnbürsten. Denken Sie immer daran, dass die Zahnzwischenräume mit den Zahnbürsten nicht gereinigt werden können. Folglich bleiben nach dem Zähneputzen 40% der Zahnoberfläche weiterhin mit Mikroorganismen infiziert. Diese 40% der Zahnoberfläche müssen mit geeigneten Hilfsmitteln (Zahnseide, Zwischenraumbürstchen, usw.) gereinigt werden. Wichtig ist bei der häuslichen Mundhygiene die Stärkung des Zahnschmelzes mit fluoridhaltigen Produkten. In den meisten Zahnpasten ist eine ausreichende Fluoridmenge enthalten. Auch Speisesalz ist häufig mit Fluorid angereichert und trägt zum Kariesschutz bei. Die optimale Fluoriddosierung kann Ihnen Ihr Zahnarzt nennen.

Bei der professionellen Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis, die mindestens zwei Mal im Jahr durchgeführt werden soll, werden noch schwer zugängliche Schmutznischen der Zähne und die Zahnfleischtaschen gereinigt. Auch werden die Zahnoberflächen von den Ablagerungen befreit und geglättet, damit sich die Krankheitserreger schlechter anhaften können. Zum Schluss einer Behandlung sollten die Zähne und das Zahnfleisch mit geeigneten Produkten versiegelt werden. Eine Mundhygieneinstruktion und die Bewertung der Mundhygiene durch geeignete Marker dürfen nicht fehlen. Eine gute professionelle Zahnreinigung erkennen Sie daran, dass sie etwa eine Stunde dauert, von einer speziell ausgebildeten Fachkraft ausgeführt und auf Ihre individuelle Mundhygienesituation eingegangen wird.

Zwei Mal im Jahr sollten Sie für eine Vorsorgeuntersuchung den Zahnarzt aufsuchen. Bei diesem zeitlichen Abstand kann der Zahnarzt eine Krankheit frühzeitig erkennen und mit wenig Aufwand den Zahnschaden reparieren.

Sollte es dennoch zu einer Infektion der Zahnwurzel kommen, ist eine möglichst vollständige Desinfektion des Wurzelkanals notwendig. Diese Therapie ist sehr aufwändig und erfordert hohe Fachkenntnisse des Behandlers. Sind wurzelkanalbehandelte Zähne erneut infiziert, so ist es meist nur dem Spezialisten möglich, den Zahn erfolgreich zu therapieren. Wichtig zu wissen ist, dass heute sehr viele Zähne mit einer Zahnentzündung zu retten sind. Die Extraktion des Zahnes ist nur die letzte Alternative, denn der eigene Zahn ist immer besser als ein Implantat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s